"The End of Innocence"

The End of Innocence
Titel:"The End of Innocence"
Deutscher Titel:"Das Ende der Unschuld"
Season / Folge:Season 5 - Folge 2
Nr. / Produktionsnummer:H-90 - #96502
Erstausstrahlung (US):07. Okt 1996
 
Drehbuch:Morrie Ruvinsky
Regie:Gérard Hameline
Gastdarsteller:
  • Réal Andrews   (Haresh Clay)
  • Chris Martin   (Carter Wellan)
  • Chris Humphreys   (Graham Ashe)
  • Rachel Hayward   (Delilah)
Unsterbliche:Duncan MacLeod, Richie Ryan, Haresh Clay, Carter Wellan, Graham Ashe   ||   Connor MacLeod, Juan Ramirez, Kurgan
Flashbacks:1657, Nord-Italien

Inhalt:

Es sind vier Monate vergangen, und Richie Ryan hat immer noch Alpträume von dem Tag, an dem sein Mentor Duncan MacLeod ihn angegriffen hat. Joe Dawson kommt zu MacLeod und warnt ihn, dass Richie sich immer wieder in Kämpfe stürzt und versucht, sich unter den Unsterblichen einen Namen zu machen. Duncan redet mit Richie, doch dieser hat ihm den Angriff nicht vergeben. Richie lässt seine Wut an dem Unsterblichen Carter Wellan aus, den er in einer Bar trifft. Sie kämpfen und Richie enthauptet Wellan. Damit zieht er jedoch den Zorn von Haresh Clay auf sich. Dieser findet Richie und zerbricht im Kampf dessen Schwert.

Joe berichtet Duncan davon, und dieser erinnert sich, wie er 1657 mit dem Schwertmeister Graham Ashe trainierte, als sie auf Clay und Wellan trafen. Haresh Clay forderte Ashe heraus und besiegte ihn. Duncan musste aus einer nahen Kirchenruine heraus mit ansehen, wie Ashe um sein Leben bat. Clay enthauptete ihn jedoch trotzdem.

Richie braucht ein neues Schwert und bricht in ein Museum ein, welches Schwerter ausstellt. Ausgerechnet dort findet ihn Clay und greift ihn an. Richie lässt sich verhaften, um Clay zu entkommen. Duncan stellt später seine Kaution, erzählt ihm von Graham Ashe und gibt ihm dessen Schwert. Richie gibt jedoch nicht auf und sucht auf eigene Faust nach Haresh Clay. Als sie ihn beide am Grab von Carter Wellan finden, erzählt Duncan Richie endlich, wie Clay ihn nach Ashes Tod auf Heiligem Boden verspottete. Damals war Duncan zu jung und unerfahren, um sich Clay zum Kampf zu stellen. Richie lässt ihm daraufhin den Vortritt.

Joe Dawson hat die Beobachter verlassen, da ihm seine Freundschaft zu Duncan wichtiger ist. Doch Duncan, der ihm bisher die Vorfälle rund um Shapiro und Galati noch nicht verziehen hat, überzeugt Joe, dass es wichtig ist, dass jemand wie Joe die Geschichte der Unsterblichen aufzeichnet.

Zitate:

  • Richie Ryan: "That's the way it is, isn't it? Get them before they get you."
  • Graham Ashe: "Cheer up. The sword is not what you live for. It's what keeps you alive for the good stuff."
  • Graham Ashe: "We fight to stay alive. Don't forget to live."
  • Duncan MacLeod: "The guy who's after you, Haresh Clay -- I've met him once before."
    Richie Ryan: "Then how come you're both still alive?"
  • Joe Dawson: "Hell of a thing, weighing ethics and honor against a friend's life."

Anmerkungen:

Für Graham Ashes Tod wurde eine kurze Quickening-Szene gefilmt, aber in der Episode nicht verwendet. Man sieht auf der DVD einen kurzen Ausschnitt ohne digitale Effekt, wie Duncan MacLeod hinter der Kirchenwand Schutz vor Explosionen sucht.

Für Richies zweiten Alptraum wurde seine Kampfszene vom Ende von "Something Wicked" wiederbenutzt, mit leichten Verfremdungen.

Bewertung:

Diese Episode zählt nicht direkt zu meinen Lieblings-Episoden, sie ist im Rahmen der fünften Staffel aber durchaus wichtig. Richie Ryan war dreieinhalb Staffeln lang der Sidekick von MacLeod und ein wichtiger Bestandteil der Serie. Dann wurde MacLeod vom dunklen Quickening befallen und griff Richie an. Als die Serie in der Mitte der vierten Staffel nach Paris wechselte, kam Richie dieses Mal nicht mit. Nachdem Duncan nun wieder in den USA ist, war es deswegen überfällig, die Situation zwischen den beiden zu klären.

Das gibt Stan Kirsch als Richie Ryan auch Gelegenheit, über das Image des lustigen Sidekicks hinaus zu wachsen. Er wirkt jetzt erwachsener und muss damit klarkommen, dass er Duncan nicht mehr als Vaterfigur betrachten kann. Stan Kirsch erzählt im Interview auf der DVD von den Parallelen zwischen der Episode und dem echten Leben. Als die Episode aufgenomme wurde, hatte er viele Monate keine Szene mit Adrian Paul gedreht. In dieser Pause ist er selber gewachsen und hat sich weiterentwickelt, so wie es auch Richie tat. In dieser Hinsicht ist die Entwicklung von Richie sowohl begrüßenswert als auch glaubwürdig gespielt.

Sehr gelungen fand ich das Duo von Haresh Clay und Carter Wellan. Beiden Schauspielern nimmt man ab, dass sie Jahrhunderte lang zusammen durch die Welt zogen, und Haresh Clays Schmerz nach Wellans Tod ist nachvollziehbar. Der Kontrast zwischen den verschiedenen Kämpfen ist schön gemacht: Richie kämpft voller Zorn, Clay gegen Richie auch. MacLeod und Clay hassen sich dagegen nicht, so dass ihr Kampf ruhiger ausfällt. Das erinnert ein wenig an Duncans Kampf gegen Damon Case, bei dem auch eher weniger Emotionen im Spiel waren.

Nicht warm geworden bin ich dagegen mit Graham Ashe. Vielleicht liegt es am Schauspieler, vielleicht versucht auch das Skript hier einfach zu viel in zu wenige Minuten zu quetschen. Sein Tod jedenfalls lässt einen halbwegs kalt, denn für uns Zuschauer ist er nur ein Typ, mit dem Duncan MacLeod mal fünf Minuten lang auf einer Wiese trainiert hat. Das hätte wesentlich besser gewirkt, wenn Ashe in einer früheren Episode schon einmal mit etwas Leben gefüllt worden wäre. Dafür, dass er der Lehrer von Ramirez gewesen sein soll, wirkt er jedenfalls einfach nicht sehr beeindruckend. Vielleicht liegt es aber auch wirklich am Schauspieler. Für Duncan ist der Flashback wieder einmal ein Ausflug in seine Jugendjahre, gerade einmal 35 Jahre nach seinem ersten Tod. Chronologisch liegt die Szene zwischen seinem ersten Treffen mit St. Cloud und Kalas. Der junge Duncan hat deswegen auch wieder einen hörbaren schottischen Akzent.

Die Episode geht auch auf die Beziehung von Duncan und Joe ein. Nach den Ereignissen des letzten Staffelfinales ist Duncan nicht gut zu sprechen auf Joe und möchte, dass dieser sich an seinen Eid als Beobachter hält. Joe kann jedoch nicht anders, als Duncan vor der Gefahr für Richie zu warnen, denn beide sind mehr als nur Beobachtungsobjekte für ihn. Doch nachdem Duncan ihn gerade an seinen Eid erinnert hat, weigert sich Joe Richie Geld für ein neues Schwert zu leihen. Schön ist auch die kurze Szene zwischen Joe und der Barkeeperin Delilah, die Joe mühelos im Armdrücken besiegt ("beat Delilah, win a beer"). Man bekommt einen kurzen Eindruck, wie ein Beobachter normalerweise seinen Job verrichtet, wenn er mit seinem Unsterblichen nicht gerade befreundet ist.

Irgendwie aufgesetzt und überhastet kommt mir die ganze Sache mit Joes Ausstieg aus den Beobachtern vor. Das wäre wirklich eine eigene Episode wert gewesen und hätte nicht in die Richie-Geschichte geworfen werden sollen. Dass sich Joe mal eben so das Tattoo entfernen lässt und bei den Beobachter kündigt, nur damit Duncan knappe 10 Minuten später sagt, er soll dort wieder anheuern, das geht einfach zu schnell. Joe hatte gerade selber noch gesagt, dass die Beobachter zu seinem Leben dazu gehören. Dass er sich zwischen den Beobachtern und seiner Freundschaft zu MacLeod entscheiden muss, ist an sich aber eine gute und wichtige Geschichte, der man nur eben mehr Raum hätte geben sollen.

An einer Stelle macht es sich die Episode übrigens etwas einfach: Die Polizei hat Richie auf frischer Tat beim Einbruch in ein Museum ertappt. Duncan hat zwar seine Kaution bezahlt, aber das ist ja nicht direkt ein Kavaliersdelikt. Mit einem guten Anwalt und einer reinen Weste kommt da vielleicht mit einem blauen Auge davon, aber in Richies Fall erscheint das nicht sehr wahrscheinlich. Er wurde doch in seiner Jugend öfters verhaftet und ist der Polizei sicher auch ab Staffel 2 öfters mal aufgefallen. Da fehlt jetzt im Prinzip eine Episode, in der er vor Gericht steht und dann für mehrere Jahre ins Gefängnis wandert. Oder hat er sich deswegen gegen Ende der fünften Staffel als "Richard Redstone" davon gemacht?

Fazit:
Eine Geschichte mit wichtigen Charakterentwicklungen für Richie Ryan und Joe Dawson, die aber doch etwas unausgeglichen daher kommt. Haresh Clay und Carter Wellan funktionieren als Charaktere, Graham Ashe eher nicht.

Bilder:

Duncan MacLeod Wiedersehen von Richie und Duncan Verbitterter Schüler Carter Wellan Kampfbereit Haresh Clay Gespräch mit Joe 1657: Training mit Graham Ashe Unsterbliche Begegnung 1657: Carter Wellan und Haresh Clay Zuflucht auf Heiligem Boden Letzter Kampf Besiegt Beobachter oder Freund? Richie und Duncan 1657: Kein Kampf gegen Clay Selbstgefälliger Sieger 1996: Haresh Clay Kampf Clay gegen MacLeod Quickening Neue alte Freundschaft

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Wer ist kein MacLeod: Amanda, Connor oder Duncan?
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