"Highlander"

Highlander
Titel:"Highlander"
Autor:Garry Kilworth
Verlag:Harper Paperbacks, New York
Erstveröffentlichung:1986 (Grafton Books, UK)
Dez 1998 (Harper Paperbacks, New York)
Sprache:Englisch
Buch:Taschenbuch, 311 Seiten
ISBN:0-06-105840-8
Nummer:N-00 – Novellisierung des ersten HL-Filmes
 
Unsterbliche: Connor MacLeod, Kurgan, Juan Ramirez, Iman Fasil, Sunda Kastagir   ||   Osta Vazilek, "Der Beduine" , "Der Mongole"

Inhalt:

Zum Inhalt muß ich nicht viel sagen, da dieses Buch die Novellisierung des Original-Films darstellt: Connor MacLeod aus dem Clan MacLeod stirbt 1536 in der Schlacht – und erwacht wieder zum Leben. Ausgestoßen aus seinem Clan, wird er von einem Fremden eingeweiht in das Geheimnis seiner Unsterblichkeit: Es gibt Menschen auf der Welt, die nicht zu töten sind, außer durch eine Enthauptung. Sie leben ewig, doch müssen sich untereinander bekämpfen, denn "am Ende kann es nur einen geben"! Connor verliebt sich und muss seine Liebe Heather als alte Frau begraben, er trifft andere Unsterbliche, Freunde und Feinde, und durchlebt auf diese Weise die Jahrhunderte. Im New York des Jahres 1985 kommt es endlich zum letzten Kampf zwischen Connor MacLeod und seinem alten Feind Kurgan – den letzten der Unsterblichen...

Anmerkungen:

Dieses Buch zum ersten Highlander-Film erschien ursprünglich 1986 in Großbritannien, bei Grafton Books, 1998 wurde es jedoch in den USA neu aufgelegt und ist nun über Amazon auch in Deutschland bequem zu erhalten. Der Autor der ersten Veröffentlichung heißt Garry Douglas, entweder hat er also zwischenzeitlich geheiratet oder einer der beiden Namen ist ein Künstlername.

Bewertung:

Den Film haben wir sicher alle ein halbes Dutzend Mal gesehen, und vermutlich betrachte nicht nur ich ihn als den besten der Highlander-Filme. Macht ein Filmroman da Sinn? Ich persönlich fand die Idee sehr gut, denn gerade der erste Film hat viele lose Fäden, geschnittene Szenen etc., die man in einem Buch wunderbar zusammenfügen könnte. Betonung auf 'könnte', denn da wurde ich leider enttäuscht. Der Roman erzählt die Handlung des Filmes nach – ja. Er fügt auch, wie es ein gutes Buch zum Film tun sollte, der Handlung eigene Szenen hinzu, spinnt sie an einigen Stellen weiter – ja. Aber trotzdem hätte ich mir davon wesentlich mehr versprochen.

Zum einen wurden einige Szenen des Films stark gekürzt (Brendas Recherche nach Russell Nashs Geburt wird in einem Satz zusammengefasst) oder gar weggelassen (z.B. Brendas und Connors Liebesnacht). Sehr vermisst habe ich auch Connors Spruch "It's a kind of magic" im Flashback zum Zweiten Weltkrieg, der doch einen guten Teil des Charmes dieser Szene ausmacht.
Und vor allem: Von einem Filmroman hätte ich erwartet, dass er Szenen, die aus dem Film geschnitten wurden bzw. auch Teile des Skriptes, die so nicht verfilmt wurden, umsetzt. Aber man sucht im Buch vergeblich nach Kastagirs und Connors Party oder Connors und Brendas Gespräch im Bett. Schlimmer noch, manchmal hatte ich sogar das Gefühl, dass einige der Szenen im Buch enthalten waren, aber später wieder rausgestrichen wurden. Zum Beispiel fehlt die Enthauptung von Yung Dol Kim durch Kurgan, eine aus dem Film geschnittene Szene. Trotzdem spricht das Buch schon vor Kastagirs Tod von "decapitations", also Enthauptungen in der Mehrzahl. Bis dahin wurde im Buch aber nur Fasil enthauptet, was man kaum als Mordserie bezeichnen kann.
Wie gesagt, diese geschnittenen Szenen sinnvoll in die Story integriert zu sehen, hätte mich sehr gefreut. Der Roman wurde zwar recht kurz nach dem Film geschrieben, aber die geschnittenen Szenen sind ja alle im Script zu finden.

Aus dem frühen Entstehungszeitpunkt resultiert auch noch eine andere Besonderheit: Damals gab es noch keine Highlander-Serie und kein ausformuliertes Regelwerk der Unsterblichkeit, nur die eher diffusen Aussagen des ersten Filmes. Garry Kilworth interpretiert deshalb die Unsterblichkeit auf eine Weise, die von der später in der Serie eingeschlagenen Richtung abweicht. Wir wissen z.B., dass ein Unsterblicher erst dann seine Fähigkeiten der Heilung erlangt, wenn er zum ersten Mal gestorben ist. Daran ist auch der Stop des Alterungsprozesses gekoppelt. Im Roman von Kilworth hört die Alterung der Unsterblichen zu einem willkürlichen Zeitpunkt ohne besonderen Grund auf, wie eine Rose, die unvorhersehbar aufblüht. Schon vorher aber können sie Wunden heilen und erwachen von den Toten. Nur das erklärt, wieso im Roman Kurgan schon als Fünfjähriger von seinem Vater erschlagen wurde, aber trotzdem weiter alterte. Ansonsten natürlich eine lustige Vorstellung, ein fünfjähriger Kurgan – er hätte mit Kenny eine Clique gründen können. :-)
Ein weiterer Unterschied ist, dass Kilworth das Konzept des Buzz nicht kennt. Die Unsterblichen im Roman spüren sich nicht. Das tritt auch in einem Flashback zutage, als Connor gegen einen Krieger der Zulu um sein Leben kämpfen muss und Kastagir ihn glauben lässt, der Gegner wäre ein Unsterblicher. Im Kontext der Serie so natürlich gar nicht möglich, da hätte Connor das gespürt und wäre auf Kastagirs kleinen Scherz nicht reingefallen.

Nun gut, das Buch stammt aus einer Zeit vor der Serie, da muss man also einiges nachsehen. Die vom Autor selber hinzugefügten Szenen sind größtenteils stimmig und passen ins Highlander-Universum. Fragwürdig scheint mir allerdings der Gedanke, dass Kurgan in 2500 Jahren nur drei Unsterbliche getötet haben soll. Und dann hätten wir noch die Beziehung Kastagir – MacLeod: Die hat Kilworth meiner Meinung nach überhaupt nicht getroffen. Im Roman heißt es, sie wären Bekannte, hätten sich aber eigentlich nichts zu sagen. Tja, dumm dass sie sich im Film sehr viel zu sagen haben. Dort wird in der Szene im Central Park ein wesentlich tieferes Verhältnis angedeutet und sie trennen sich nach dem Gespräch auch nicht wortlos, sondern feiern die ganze Nacht hindurch und reden über vergangene Zeiten. Ebenfalls eine geschnittene Szene, ok, aber aus der Szene im Central Park eigentlich abzuleiten.
Sehr verwundert hat mich übrigens die Schreibweise des Hauptcharakters: Im Buch wird er immer "Conner" genannt, obwohl er überall sonst, den Abspann des Filmes inbegriffen, "Connor" geschrieben wird. Ob das nun regelrecht falsch oder nur eine alternative Schreibweise ist, weiß ich nicht, gewundert hat es mich trotzdem. Einzige Ausnahme bildet übrigens das Script zum Film, wo er auch Conner heißt, das deutet also an, dass Kilworth doch das Script gelesen haben könnte.

Eine weitere Veränderung fällt zum Ende des Buches auf: Connors Quickening ist stark gekürzt (seinen Schrei "Ihr habt keine Macht mehr über mich!" fand ich immer sehr interessant und vielsagend), dafür aber beschränkt sich Kilworth darauf, den Preis als eine "mächtige, aber nicht beschreibbare Gabe" zu bezeichnen. Nichts von Telepathie also, was sicher eine gute Idee ist.

Lohnt sich dieses Buch also? Es ist zumindest eine interessante, neue Perspektive auf den ersten Film, wenn auch leider eine recht lückenhafte aus heutiger Sicht. Das Buch liegt nur in Englisch vor, ich fand es aber ganz angenehm zu lesen, auch wenn ich da natürlich den Schreibstil nur eingeschränkt beurteilen kann. Auf jeden Fall liest es sich von der Sprache her nicht übermäßig schwer.

Fazit:
Ich denke, man muss dieses Buch nicht gelesen haben, und für den 'normalen' Fan ist es vielleicht spannender, den Film einfach mal wieder im Original anzuschauen. Ansonsten gibt es aber schlechtere Highlander-Romane; wenn man dem Autor die oben erwähnten Dinge verzeihen kann und nicht zu sehr nach den Szenen aus dem Skript sucht, ist dieses Buch durchaus unterhaltsam.

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